Muss ich Casinogewinne beim Finanzamt angeben?
Als Privatperson in der Regel nicht. Nur berufsmäßiges Spielen kann steuerlich relevant werden.
Casino ohne Steuer: Wir erklären, wer die Einsatzsteuer zahlt, wie sie Quoten verändert und warum Ihre Gewinne steuerfrei bleiben.
Rund um Steuern im Casino kursieren viele Missverständnisse. Diese Unterscheidung schafft Klarheit.
| Auszahlungsquote | Rechnerischer Verlust je 100 € Einsatz |
|---|---|
| 96 % (ohne Steuerabzug) | 4 € |
| 94 % | 6 € |
| 92 % | 8 € |
| Unterschied 96 % zu 92 % | doppelt so hoher erwarteter Verlust |
Seit Juli 2021 erhebt Deutschland eine Steuer auf Einsätze an virtuellen Automaten. Sie beträgt 5,3 Prozent und wird vom Anbieter abgeführt. Trotzdem spüren Spielende sie – über niedrigere Auszahlungsquoten. Hier erfahren Sie, was das konkret bedeutet.
Weil die Steuer auf den Einsatz und nicht auf den Gewinn des Casinos anfällt, muss der Anbieter sie aus seiner Marge bezahlen. Viele gleichen das aus, indem sie Spiele mit niedrigerer Auszahlungsquote anbieten. Statt 96 Prozent sind es dann vielleicht 94 Prozent – auf lange Sicht ein spürbarer Unterschied.
Glücksspielgewinne gelten in Deutschland nicht als Einkommen, solange Sie nicht berufsmäßig spielen. Das gilt auch für Gewinne bei ausländischen Anbietern. Zinsen, die Sie später auf den Gewinn erhalten, sind dagegen ganz normal steuerpflichtig.
Werbung mit „ohne Steuer“ stellt die höhere Auszahlungsquote in den Vordergrund und verschweigt, was dafür fehlt: Einzahlungslimit, OASIS, deutsche Aufsicht und Rechtsweg. Wir finden: Zwei Prozentpunkte Quote sind diesen Tausch nicht wert. Wer auf Quote achtet, findet auch bei legalen Anbietern Unterschiede zwischen den Spielen.
Seriöse Spielehersteller geben die Quote im Infobereich eines Slots an, oft unter „RTP“. Manche Spiele gibt es in mehreren Versionen mit unterschiedlichen Werten. Werfen Sie vor dem Spielen einen Blick in die Spielinformationen – das dauert zehn Sekunden.
Die Einsatzsteuer kostet Auszahlungsquote, nicht Ihren Gewinn. Vergleichen Sie Quoten innerhalb legaler Angebote, statt fĂĽr ein paar Prozentpunkte auf deutsche Schutzregeln zu verzichten.
Als Privatperson in der Regel nicht. Nur berufsmäßiges Spielen kann steuerlich relevant werden.
Ja, für Online-Poker gilt ebenfalls eine Steuer von 5,3 Prozent auf die Einsätze.
Im Info- oder Hilfebereich des Slots, meist als RTP-Wert in Prozent angegeben.
Die Einsatzsteuer kostet Sie indirekt einige Prozentpunkte Auszahlungsquote. Ein Grund, deutsche Schutzregeln aufzugeben, ist sie nicht.
Geprüft für Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Stand Oktober 2026. Bedingungen und Erlaubnisse ändern sich – lesen Sie vor jeder Einzahlung selbst nach.